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Aktuelle Informationen aus Linderhof

Schloss Linderhof ist gegen Feuer gut gerüstet

Die Feuerwehr des Königsschlosses probt den Ernstfall

(…) Derzeit kümmert sich eine Handvoll Profis eines privaten Sicherheitsunternehmens gemeinsam mit einigen Feuerwehrleuten der Schlossverwaltung sowie dem Rest der 34-köpfigen Belegschaft um den Brandschutz in Linderhof.

Bild: Mitglied der Betriebsfeuerwehr Linderhof

In voller Schutzausrüstung vor der
berühmten Fassade des Schlosses:
ein Mitglied der Betriebsfeuerwehr
Linderhof

"Dazu kommen im Sommer noch bis zu 70 Saisonkräfte", so Sigrid Stache. Sie ist die Leiterin der Schlossverwaltung Linderhof und selbst eine gestandene Feuerwehrfrau. Sie hat die Ausbildung zur Truppfrau gemacht und achtet – neben dem Kommandanten und dessen Stellvertreter – darauf, dass auch die "Nicht-Feuerwehrler" unter den Mitarbeitern regelmäßig geschult werden, um fit zu sein, falls es tatsächlich einmal in Linderhof  brennen sollte.

Dabei arbeitet sie eng mit dem stellvertretenden Kommandanten der Linderhofer Schlossfeuerwehr zusammen, der auf den für Oberbayern etwas ungewöhnlichen Namen El Hachmi Sadki hört. Der geborene Marokkaner mit deutschem Pass arbeitet seit 2001 in Linderhof und hat sich von Anfang an bei der Schlossfeuerwehr engagiert. (…)

Bisher ist das Schloss des Märchenkönigs im hinteren Graswangtal glücklicherweise von einem größeren Unglück verschont geblieben. Anders als die "Hundinghütte". Die Holzhütte, die sich der Märchenkönig nach einem Vorbild aus der Wagneroper "Walküre" hat bauen lassen, erzählt Sigrid Stache, ist bereits zweimal abgebrannt. Einmal noch zu Ludwigs Zeiten und ein zweites Mal – durch Brandstiftung – im Jahr 1945. "Ansonsten hatten wir in den vergangenen Jahren nur mit dem einen oder anderen brennenden Papierkorb zu tun. Und dafür", so die Schlossverwalterin, "reicht ja in der Regel ein Eimer Wasser".

Bild: Mitglieder der Betriebsfeuerwehr Linderhof

Mitglieder der Betriebsfeuerwehr Linderhof
vor dem Marokkanischen Haus im Schlosspark

Was jetzt natürlich nicht heißt, dass man den Brandschutz in Linderhof auf die leichte Schulter nehmen würde. Schließlich ist die Brandlast im Schloss erheblich. Was von außen wie ein massiver Steinbau aussieht, ist in Wirklichkeit ein Holzständerbau mit Verschalungen. Dazu kommen im Inneren noch all die alten Möbel, Teppiche und Textiltapeten, die auch einem kleinen Feuer genug Nahrung bieten würden, um es zu einem verheerenden Großbrand werden zu lassen. "Die größte Gefahr", meint Sigrid Stache, "geht heute von den elektrischen Anlagen im Schloss aus. Um einem Kurzschluss und der damit verbundenen Brandgefahr vorzubeugen, wird das Schloss nachts weitgehend stromfrei geschaltet. Außerdem gibt es natürlich in jedem Raum einen Rauchmelder".

Aber auch schon zu König Ludwigs Zeiten war Schloss Linderhof – verglichen mit der damals üblichen Bauweise – in Sachen Brandschutz sehr fortschrittlich. Dank einer zentral befeuerten Warmluftheizung entfielen die sonst über das ganze Gebäude verteilten Feuerstellen. Die prunkvollen Kachelöfen im Schloss sind nur Staffage. Fröstelte es den König, dann brauchte er nur eine der Lüftungsklappen an den Öfen öffnen zu lassen, und schon strömte warme Luft durch den Raum. Einzig von der Kerzenbeleuchtung, erzählt Sigrid Stache, ging damals eine ständige Brandgefahr aus. Aber anscheinend hatten das die Bediensteten des Königs damals gut im Griff. "Historische Brandspuren", so die Schlossverwalterin, "haben wir bislang jedenfalls keine gefunden". (…)

Bild: Löschübung

Löschübung von der Terrasse des Schlosses aus

 

 

Eines der Hauptprobleme, mit denen die Schlossfeuerwehr von Linderhof heute zu kämpfen hat, war zu Zeiten Ludwigs II. noch völlig unbekannt: Die schnelle Evakuierung von Besuchermassen. Verwendete der Märchenkönig seinerzeit große Sorge darauf, dass er – der menschenscheue Schöngeist – vor neugierigen Besuchern verschont blieb, so strömen heute jedes Jahr Hunderttausende von Touristen durch Schloss Linderhof. Während der Hochsaison befinden sich meist mehrere Besuchergruppen gleichzeitig im Schloss. "Klarer Fall", meint Sigrid Stache, "dass Evakuierungsübungen bei uns zum Standardprogramm gehören" (…) Auch wenn sich Sigrid Stache als Chefin der Verwaltung auf ihre Schlossfeuerwehr verlassen kann, so hofft sie doch, dass Linderhof – wie schon zu Zeiten König Ludwigs II. – auch künftig vor Brand und Feuersbrunst bewahrt bleiben möge. (…)

Auszug aus einem Artikel in der Zeitschrift "brandwacht" Nr. 3/2009

 

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